Holz­schutz­mittel, Bio­zi­de

Pinsel beim aufbringen von Farbe auf grobes Holz

Holz­schutz­mittel

Un­ter Holz­schutz­mit­tel ver­steht man Che­mi­ka­li­en, die ge­eig­net sind, die Zer­stö­rung von Holz durch Pil­ze und In­sek­ten zu ver­hin­dern. Hier­zu maß­ge­bend ist die DIN 68800.
Je nach Ge­fähr­dungs­klas­se und vor­ge­se­he­nem kon­struk­ti­vem Holz­schutz ist nach wie vor ein che­mi­scher Holz­schutz un­um­gäng­li­ch.

Auf Grund prä­gen­der Er­fah­run­gen mit dem che­mi­schen Holz­schutz aus den 1960er und 1970er Jah­ren wird seit An­fang der 1990er Jah­re in Neu­bau­ten auf den Ein­satz von druck­im­prä­gnier­ten Höl­zern in der Re­gel ver­zich­tet.

Ob­wohl vie­le Holz­schutz­mit­tel, wie PCP, ver­bo­ten oder nicht mehr an­ge­wandt wer­den (Lindan), fin­den si­ch bei ent­spre­chen­den Un­ter­su­chun­gen bis­wei­len im­mer no­ch Holz­schutz­mit­tel, wie Lindan, Pen­ta­chlor­phe­nol (PCP), Di­ch­lo­f­lua­nid und Fur­me­cy­clox, in Ma­te­ria­li­en und Haus­staub. Die Halb­werts­zeit von Lindan und PCP wird ei­ni­gen Quel­len zu­fol­ge mit et­wa 25 Jah­ren an­ge­ge­ben. Ge­ra­de in Fer­tig­häu­sern aus den 70er Jah­ren kommt zu ei­ner Be­las­tung mit Holz­schutz­mit­teln auch ei­ne Be­las­tung mit de­ren Ab­bau­pro­duk­ten in Fra­ge (z.B. Chlo­ra­ni­so­le). Vor ei­nem Im­mo­bi­li­en­er­werb ist ei­ne Ab­klä­rung sinn­voll und in höchs­tem Ma­ße emp­foh­len.

Für den che­mi­schen Holz­schutz weicht man in­zwi­schen auf Salz­im­prä­gnie­run­gen (Bor­sal­ze) oder künst­li­che Py­re­th­ro­ide (Per­me­th­rin) aus. Die­se kön­nen bei Kon­takt eben­falls ge­sund­heit­li­ch re­le­vant sein. Da­her soll­ten die­se Mit­tel im Haus­staub nicht nach­weis­bar sein.

Po­ly­chlo­rier­te Bi­phe­ny­le (PCB)

Po­ly­chlo­rier­te Bi­phe­ny­le (PCBs) stel­len ei­ne gan­ze Rei­he von gelb­li­chen Flüs­sig­kei­ten dar, die bis zu ih­rem welt­wei­ten Ver­bot im Mai 2001 im Rah­men der Stock­hol­mer Kon­ven­ti­on uni­ver­sel­le An­wen­dung fan­den. In Deutsch­land ist die Her­stel­lung seit Mit­te der 80er Jah­re ver­bo­ten. Da die Ei­gen­schaf­ten über gro­ße Be­rei­che ver­än­dert und an­ge­passt wer­den kön­nen, stel­len sie ei­ne idea­le tech­ni­sche Lö­sung für vie­le Pro­blem­fäl­le dar. Lei­der sind sie für le­ben­de Or­ga­nis­men wie Tie­re, Pflan­zen und ins­be­son­de­re Men­schen akut kaum, chro­ni­sch aber ex­trem to­xi­sch. Schon in ge­rings­ten Men­gen ver­ur­sa­chen sie Ner­ven- Zell und Erb­schä­den.
Quel­len kön­nen aus­ge­lau­fe­ne al­te Kon­den­sa­to­ren aus Leucht­stoff­röh­ren sein. In Fra­ge kom­men auch Tra­fo­öle oder Weich­ma­cher aus Bau­teil­fu­gen.
In der Na­tur sind po­ly­chlo­rier­te Bi­phe­ny­le kaum ab­bau­bar. Da­her sind sie in­zwi­schen welt­weit in der Na­tur – auch in der Ark­tis – nach­weis­bar, was auch in der ark­ti­schen Tier­welt zu Un­frucht­bar­keit führt. Er­st 2002 wur­de ein be­kann­ter Saat­gut- und Gen­tech­nik­kon­zern ver­ur­teilt, nach­dem er Jah­re­lang PCB be­wusst in die Um­welt frei­ge­setzt hat­te. Der Pro­zess zog si­ch über 33 Jah­re hin.
Bei un­sach­ge­mä­ßer Sa­nie­rung ist die Ge­fahr von un­kon­trol­lier­ter Frei­set­zung ge­ge­ben. Da­her ist ei­ne Sa­nie­rung sach­kun­dig und mit gro­ßer Sorg­falt durch­zu­füh­ren.

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